Das Grabtuch von Turin

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10 Apr 2013 20:29 - 10 Apr 2013 22:03 #1 von Aristoteles
Aristoteles erstellte das Thema Das Geheimnis des Grabtuches von Turin




Krone-Artikel vom 31. März 2013.

Meum est propositum in taberna mori

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Letzte Änderung: 10 Apr 2013 22:03 von Aristoteles.
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19 Apr 2015 12:37 #2 von Karl
Karl antwortete auf das Thema: Das Geheimnis des Grabtuches von Turin
orf.at/#/stories/2274097/

Turiner Grabtuch erstmals seit fünf Jahren ausgestellt

Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist ab heute das Turiner Grabtuch wieder für die Öffentlichkeit zu sehen. Bis zum 24. Juni wird das gut vier Meter lange und einen Meter breite Leinentuch - eine der bedeutendsten Reliquien der Christenheit - in der Kathedrale der norditalienischen Stadt Turin zu bestaunen sein.

Das Tuch zeigt das Körperbildnis eines Menschen. Viele Christen halten es für das Tuch, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gewickelt wurde. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass das Tuch erst im Mittelalter hergestellt wurde.

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19 Apr 2015 12:48 #3 von archaeologieforum.at
archaeologieforum.at antwortete auf das Thema: Das Grabtuch von Turin
ArchäologieForum > Forum für Frühchristliche Archäologie > I/Turin: Grabtuch von Turin


Geschrieben von: Florian Thursday, 27.01.2005, 15:32
"Kongress: Turiner Grabtuch - doch keine Fälschung?"

Ob der auf dem so genannten Turiner Grabtuchs sichtbare Abdruck tatsächlich von Jesus von Nazareth stammt, ist nach wie vor umstritten. Untersuchungen von 1988, wonach es sich bei der Reliquie um eine mittelalterliche Fälschung handelt, wurden jedenfalls teilweise revidiert. Auf einem in Wien stattfindenen Kongress werden die neuesten Forschungsergebnisse zu diesem Thema präsentiert.

Das Tuch galt Jahrhunderte lang als eine der wichtigsten Reliquien des Christentums. Das mehrere Meter lange Gewebe zeigt gleichsam das Negativ eines 1,70 bis 1,80 Meter großen Mannes, der zahlreiche Verletzungen aufweist, die mit den Berichten der Bibel über den Leidensweg Christi überraschend übereinstimmen. Auch die Blutspuren haben sich als "menschlich" erwiesen.

Entstehung ungeklärt
Wie das eigentliche Abbild auf das Tuch kam, ist jedoch bis heute ungeklärt. Malerei ist es jedenfalls keine, Pigmente wurden nicht gefunden. Einige Wissenschafter vermuten, dass Salben und Öle im Zusammenwirken mit Schweiß oxidative Prozesse im Gewebe hervorgerufen haben könnten.

Tuch aus dem Mittelalter?
Aufgetaucht ist das heute in Turin aufbewahrte Tuch im 14. Jahrhundert in Frankreich, davor ist der Weg lückenhaft und umstritten. Sicher ist dagegen, dass das Tuch bei einem Brand 1532 beschädigt wurde.

Großes Aufsehen erregte eine Untersuchung nach der so genannten Radiocarbon-Methode im Jahr 1988. Dabei wird - vereinfacht gesagt - bestimmt, wann Pflanzenfasern aus der Natur genommen wurden. Damals kamen renommierte Institute zum Schluss, dass das Gewebe aus dem Mittelalter stammen müsse.

Gegenstimmen
Doch schon bald regten sich Gegenstimmen. Manche Wissenschafter behaupteten, die Gewebeproben seien an Reparaturstellen entnommen worden, die tatsächlich aus dem Mittelalter stammten. Andere wieder stellten fest, dass das Gewebe mit Pilzen und Bakterien durchsetzt sei, dieses Material habe die Wissenschafter bei der Durchführung der Radiocarbon-Untersuchung genarrt.

Pollenanalysen: Tuch war in Konstantinopel
Für die Echtheit des Tuches spricht unter anderem, dass mittels Pollenanalysen mehr oder weniger sicher belegt werden konnte, dass das Tuch irgendwann in Konstantinopel (heute Istanbul), am Toten Meer, im Jordantal und in Jerusalem gewesen sein muss.

Diese Stationen sind teilweise auch historisch belegbar. Einig sind sich die meisten Forscher auch, dass ein mittelalterlicher Fälscher kaum in der Lage gewesen sein konnte, eine derart perfekte Arbeit abzuliefern. Dafür habe ihm das Wissen gefehlt. Beispielsweise konnte erst der Negativ-Eindruck durch die Erfindung der Fotografie in ein Positiv-Bild umgekehrt werden.

Manuskripte belegen Alter
Neue Erkenntnisse, die an einem von heute, Dienstag, bis Freitag dauernden Kongress in Wien präsentiert werden, gibt es mittlerweile von Historikern. So konnten Manuskripte gefunden werden, die für die Existenz des Grabtuchs lange vor der Jahrtausendwende sprechen.

Schon 1996 hatten Forscher aus Turin über den Abdruck einer römischen Münze des Kaisers Tiberius auf dem Tuch berichtet, auch dies wird als Beleg dafür gewertet, dass das Grabtuch an die 2000 Jahre alt ist.

Quelle: science.orf.at/science/news/52226

Geschrieben von: Florian Thursday, 27.01.2005, 15:33
"Turiner Grabtuch doch keine Fälschung?"

Kein Ende der Spekulationen: Das weltberühmte Turiner Grabtuch, das der Überlieferung zufolge den Gesichts- und Körperabdruck von Jesus zeigt, ist möglicherweise doch älter als bisher angenommen.

Der US-Forscher Raymond N. Rogers schätzt das Gewebe nach neuesten chemischen Analysen auf ein Alter von 1300 bis 3000 Jahren. Damit weise er Studien aus den 80er Jahren zurück, die von einer Fälschung aus dem Mittelalter sprechen, berichtet der britische Sender BBC.

Die Originalstudie "Studies on the radiocarbon sample from the shroud of turin"von Rogers ist im Fachjournal "Thermochimica Acta" (Bd. 425, S. 189, Ausgabe vom 20.1.05) veröffentlicht worden.
www.sciencedirect.com/science?_ob=Articl...6fa37dc690308dfef486

Fälschlicherweise Flicken untersucht?
Bei so genannten Radiokarbon-Analysen im Jahr 1988 sei nicht das ursprüngliche Gewebe analysiert worden, glaubt Rogers von der Universität von Kalifornien in Los Alamos.

Untersucht worden seien damals stattdessen Flicken, mit denen das Grabtuch im Mittelalter nach Brandschäden ausgebessert worden sei. Daher hätten die Forscher seinerzeit die Entstehung auf das Jahr 1260 bis 1390 datiert.

Alter von 1.300 bis 3.000 Jahren
Dagegen habe Rogers das ursprüngliche Gewebe untersucht. Dabei habe er einen wesentlichen geringeren Anteil von Vanillin ermittelt als bei den Stoffproben, die 1988 analysiert worden seien.

Vanillin entsteht beim Zersetzen des Holzstoffes Lignin. "Die Bestimmung des Vanillin-Verlustes deutet auf ein Alter des Gewebes von 1.300 bis 3.000 Jahren hin", schreibt Rogers laut BBC.

Vor drei Jahren restauriert
Das Grabtuch war erst vor drei Jahren restauriert worden. Dabei entfernten Experten etwa 30 Flicken, die Nonnen 1532 nach einem Brand über angeschwärzte Stellen genäht hatten.

Der Streit über das Alter des 4,37 Meter langen und 1,11 Meter breiten Grabtuches dauert seit Jahrzehnten an.

Die Studie von Rogers unterstützt ältere Mikrobiologische Studien: Israelische Forscher hatten bei Untersuchungen des Tuches Pollen und Pflanzenabdrücke gefunden, die es um diese Zeit ausschließlich im Nahen Osten gegeben habe.

Quelle: science.orf.at/science/news/132240

Geschrieben von: lector Friday, 28.01.2005, 00:10
"Fälschung" wird es wohl keine sein, und möglicherweise stammt es sogar aus der fraglichen Zeit - aber JC? dry.gif


Geschrieben von: Ragna Friday, 28.01.2005, 09:53
Hab noch was gefunden:

www.sueddeutsche.de/,trt1m1/wissen/artikel/833/46787/

Neues vom Turiner Grabtuch

Bisher sind Forscher davon ausgegangen, dass das Tuch aus dem Mittelalter stammt. Jetzt haben US-Wissenschaftler heraus gefunden: Das Gewebe ist viel älter.

Kein Ende der Spekulationen: Das weltberühmte Turiner Grabtuch, das der Legende zufolge den Gesichts- und Körperabdruck von Jesus zeigt, ist möglicherweise doch älter als bisher angenommen.

Der US-Forscher Raymond N. Rogers schätzt das Gewebe nach neuesten chemischen Analysen auf ein Alter von 1300 bis 3000 Jahren. Damit weise er Studien aus den 80er Jahren zurück, die von einer Entstehung des Tuchs im Mittelalter ausgingen, berichtet der britische Sender BBC.

Bei so genannten Radiokarbon-Analysen im Jahr 1988 sei nicht das ursprüngliche Gewebe analysiert worden, glaubt Rogers von der Universität von Kalifornien in Los Alamos.

Untersucht worden seien damals stattdessen Flicken, mit denen das Grabtuch im Mittelalter nach Brandschäden ausgebessert worden sei. Daher hätten die Forscher seinerzeit die Entstehung auf das Jahr 1260 bis 1390 datiert.

Dagegen habe Rogers das ursprüngliche Gewebe untersucht. Dabei habe er einen wesentlichen geringeren Anteil von Vanillin ermittelt als bei den Stoffproben, die 1988 analysiert worden seien. Vanillin entsteht beim Zersetzen des Holzstoffes Lignin. „Die Bestimmung des Vanillin-Verlustes deutet auf ein Alter des Gewebes von 1300 bis 3000 Jahren hin“, schreibt Rogers laut BBC.

Das Grabtuch war erst vor drei Jahren restauriert worden. Dabei entfernten Experten etwa 30 Flicken, die Nonnen 1532 nach einem Brand über angeschwärzte Stellen genäht hatten. Der Streit über das Alter des 4,37 Meter langen und 1,11 Meter breiten Grabtuches dauert seit Jahrzehnten an.

Die Studie von Roger unterstützt ältere mikrobiologische Studien: Israelische Forscher hatten bei Untersuchungen des Tuches Pollen und Pflanzenabdrücke gefunden, die es um diese Zeit ausschließlich im Nahen Osten gegeben habe.

Die Originalstudie von Rogers ist im Journal Thermochimica Acta (Bd. 425, S. 189) veröffentlicht.

Geschrieben von: Ariadne Sunday, 30.01.2005, 22:06
siehe auch:

derstandard.at/?id=1933562

Geschrieben von: Blondiiinchen Sunday, 30.01.2005, 22:23
Und hier...

www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&id=252

... mit weiteren Links

Geschrieben von: Florian Thursday, 10.02.2005, 10:56
Grabtuch von Turin: Neue Entdeckungen heben mittelalterliche Datierung auf

ROM, 8. Februar 2005 (ZENIT.org).- Neue chemische Untersuchungen haben gezeigt, dass das Turiner Grabtuch doch viel älter ist, als eine Untersuchung im Jahre 1988 Glauben machen wollte. Das berichtete am vergangenen 19. Januar die auf das Grabtuch spezialisierte Forschungseinrichtung “American Shroud of Turin Association for Research" (AMSTAR).

Die im Jahre 1988 durchgeführte Radiokarbonmessung an dem vermuteten Grabtuch von Jesus sei an einer Stoffprobe vorgenommen worden, die in späterer Zeit auf das Originaltuch aufgenäht worden war, erklärte Raymond Rogers gegenüber “Discovery News“. Seine neue Untersuchung habe ergeben, dass das Tuch zwischen 1300 und 3000 Jahre alt sein müsste.

1988 hatten drei voneinander unabhängige Labors in Oxford, Zürich und Tuscon (Arizona) das Tuch, auf dem die schattenhaften Umrisse eines Mannes zu sehen sind, mit der so genannten "Radiokarbonmethode" untersucht. Alle drei waren zu dem Schluss gekommen, dass das Tuch nicht älter als etwa 700 Jahre sein könnte, also aus der Zeit zwischen 1260 und 1390 n. Chr. stammen müsste.

"So unwahrscheinlich es auch klingen mag, die Probe von 1988 stammt aus einer nachträglich aufgenähten Stelle des Tuches", erklärte Rogers. Der Flicken sei sehr sorgsam angefertigt worden. Bei seinen Untersuchungen, die im Fachblatt "Thermochimica Acta" (Band 425, Nr. 1-2, 20. Januar 2005, S. 189-194) veröffentlicht wurden, hatte er nach dem Molekül Vanillin gesucht. Dieses entsteht beim Zerfall von Lignin, einem Bestandteil von Pflanzenzellen. Es verschwindet im Laufe der Zeit.

Rogers fand nun Lignin in der Radiokarbon-Probe und in Teilen des Tuches, die im Mittelalter hinzugefügt wurden waren, aber nicht im übrigen Stoff des Tuches. Unter Berücksichtigung der "Vanillin-Zerfallsdauer" errechnete Rogers das Alter des Tuches. Tom D'Muhala, Präsident der “American Shroud of Turin Association for Research“ sagte deshalb in einer Stellungnahme, die Tests von Rogers lieferten "schlüssige Beweise".

Rogers Untersuchungsergebnisse haben die Debatte rund um das berühmte Turiner Grabtuch neu entfacht. Am 22. Januar erklärte Msgr. Giuseppe Ghiberti, Vorsitzender der Untersuchungskommission für das Grabtuch (Sindone) in der Diözese Turin, "die Schweizer Doktorin Mechtild Flury-Lemberg hat das Leinenstück aufmerksam untersucht und dabei überhaupt kein Anzeichen für ein aufgesetztes Gewebestück gefunden (…). Man bessert ja auch nur dort aus, wo ein Loch ist, während das Untersuchungsstück von einer Stelle genommen wurde, an der man unmöglich an die Möglichkeit irgendeines mittelalterlichen Stoffgewebes denken kann.

Mich überrascht es, dass ein Fachmann wie Rogers in seinem Artikel so unpräzise sein kann. Man könnte höchstens erwarten, dass die Datierung der C14 (Kohlenstoffmethode) zu berichtigen wäre (die Methode ist nicht frei von Ungenauigkeiten), aber sicher nicht wegen der Theorie über den Stoffleck."

Gegenüber Emanuela Marinelli hat Prof. Rogers für ZENIT seine Untersuchungsergebnisse erläutert: Der Chemiker hält daran fest, dass man ihn nicht genau verstanden hat. Es handle sich eben nicht um den Beweis eines unsichtbaren Flickens, vielmehr gebe es einen "Unterschied zwischen dem für die Radiokarbonprobe untersuchten Stück und dem Originalstoff des Grabtuchs".

Rogers lädt dazu ein, sich die von Vern Miller stammenden Fotographien aus dem Jahre 1978 genauer anzusehen. Bei der damaligen Untersuchung war die Reliquie mit ultravioletten Strahlen und Röntgenstrahlen durchleuchtet worden, um Fluoreszenzspuren zu finden. Durch die abgestrahlte oder reflektierte Energie wollte man Veränderungen auf dem Tuch erkennen, sozusagen "Fingerabdrücke" der chemischen Struktur des Tuches.

Die Fotos von Miller würden “der Bereich des untersuchten Stoffteils als eine dunkle Zone erscheinen lassen, erklärt Rodgers. "Das zeigt, dass die ungefähre chemische Mischung nicht dieselbe ist wie die des Originals. Die dunkle Stelle ist kein Schmutz und auch kein Schatten. Ich könnte die Fluoreszenz detailliert erklären, aber sie basiert vollständig auf der chemischen Zusammenstellung.

Ich bin kein Textilfachmann, sondern ein Chemiker, aber ich habe eine merkwürdige Verbindungsstelle am Rand der Gewebefragmente entdeckt, und einige Fasern davon hat der Textilexperte Prof. Gilbert Raes 1973 entnommen", so Rogers. Zudem habe ihm Anna Maria Donadoni, die Leiterin des Ägyptischen Museums in Turin, gezeigt, "wie die abgetrennten Gewebefragmente auf der ursprünglichen Gewebestruktur des Grabtuches angebracht waren. Die Verbindungsstelle ist ganz verschieden. Es fällt auf, dass die beiden Ränder der Verbindungsstelle ganz unterschiedlich voneinander sind: Eine ist wollig und weiß, die andere ist farbig und glatt.

”Auch wenn ich kein Textilfachmann, so bin ich doch ein Chemieexperte, und mein Artikel in der “Thermochimica Acta” ist vorher von Kollegen überprüft worden. Wenige Personen konnten sich vorstellen, dass die Datierung nach der Radiokarbonmethode falsch sein könnte. Es war schwer, die Skeptiker zu überzeugen."

Die Naturwissenschaftlerin und Geologin Emanuela Marinelli untersucht seit 30 Jahren das Turiner Grabtuch. Unzählige Bücher hat sie zu diesem Thema verfasst. Im Internet präseniert sie unter ( www.sindone.info ) der Öffentlichkeit stets die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Ihrer Meinung nach ist die wissenschaftliche Autorität von ”Thermochimica Acta” und die große Erfahrung von Prof. Rogers, der weltweit bekannt ist, nicht zu leugnen. Diese beiden Tatsachen “garantieren in hohem Maße für die Richtigkeit der Untersuchungen“.

Professor Rogers "spricht, nachdem er seine Untersuchungen an den Gewebeproben des Grabtuches durchgeführt hat, wirklich als Wissenschaftler”. Seine Schlussfolgerungen "sind für uns so gut wie endgültig: Die im Jahre 1988 mit der Radiokarbonmethode durchgeführte Analyse hat unbegründete Ergebnisse erbracht, denn die untersuchten Gewebeteile bestanden nicht nur aus Originalgeweben des Grabtuches, sondern auch aus später hinzugefügten Gewebefäden.“

Für Marinelli besitzt das Grabtuch "alle Eigenschaften eines echten Grabtuchs, wie es in der jüdischen Kultur in der Epoche Jesu vorgekommen ist. Garn, Stoff und Fertigung sind vergleichbar mit jenen aus dem syrisch-palästinensischen Gebiet vor 2000 Jahren. Auf der Reliquie fand man außerdem zahlreiche Pollen von Pflanzen, die nicht in Europa wachsen. Einige sind typisch für die Wüste von Sinai, andere können überhaupt nur dort gefunden werden."

Auch seien "Mikropartikel von Argonit “ zu finden; "dasselbe Mineral, das auch in den Grotten von Jerusalem vorkommt. Des Weiteren trage das Turiner Grabtuch “Reste von Aloe und Myrrhe, die jenen besonders parfümierten Arten eigentümlich sind, von denen das Evangelium im Zusammenhang mit der Grablegung Jesu spricht“.

Ihrer Erklärung folgend zeigt “das Bild auf dem Grabtuch einen Mann, der das Martyrium erleiden musste und sehr viel Blut vergossen hat, (…) echtes menschliches Blut“, das nicht von einem Pinsel aufgetragen sei. Die erlittenen "Folterungen, die Geißelungen, die Dornenkrönung und die Kreuzigung kann man dem Evangelium entnehmen, aber sie werden auch bestätigt durch den historisch-archäologischen und medizinisch-rechtlichen Befund".

Quelle: www.zenit.org/german/visualizza.phtml?sid=66033

Geschrieben von: lector Thursday, 24.02.2005, 11:57
[Verf. Stephan Matthiesen in Liste arch-de]


URL dieser Nachricht: www.anomalistik.de/aktuell/news-2005-01-30a.shtml



Gesellschaft für Anomalistik - Aktuelle Nachrichten
Zweifel am Alter des Turiner Grabtuches
30.1.2005
Neuartige Datierungsmethode wirft Fragen auf

Die Probe des Turiner Grabtuches, die durch Radiokarbondatierung (C14-Methode) auf zwischen 1260 und 1390 datiert wurden, sei an einer im Mittelalter ausgebesserten Stelle entnommen worden, und das Tuch sei nach "vorläufigen Schätzungen" tatsächlich zwischen 1300 und 3000 Jahre alt. Zu diesem Schluss kommt der Chemiker Raymond N. Rogers in einem Artikel in der chemischen Fachzeitschrift "Thermochimica Acta" mit Hilfe einer von ihm entwickelten Datierungsmethode, zu der bisher jedoch keine unabhängige Validierung vorliegt.

Rogers, der früher am Los Alamos National Laboratory arbeitete, hatte verschiedene Proben zur Verfügung. 2003 erhielt er Fäden aus der Probe, die 1988 zur Radiokarbondatierung verwendet wurde. Weiterhin lagen 14 Fäden vor, die 1973 von Gilbert Raes entnommen worden waren und aus einem Bereich neben der Radiokarbon-Probe stammten. Rogers selbst hatte 1978 im Rahmen des Shroud of Turin Research Projects (STURP) mit Klebebändern 32 Oberflächenproben entnommen, sowohl an unversehrt scheinenden Stellen als auch an den 1534 nach einem Feuer ausgebesserten Stellen (dem sog. Holland-Leinen).

Rogers Überlegungen zu einer Neudatierung beruhen auf dem chemischen Zerfall des Vanillins, das aus dem im Flachs enthaltenen Lignin entsteht. Vanillin zerfällt unter Temperatureinwirkung, sodass die Konzentration des Vanillins mit der Zeit abnimmt. Daher kann der Vanillingehalt einen Hinweis auf das Alter geben. Dieses Prinzip ist aus anderen Datierungsverfahren mit anderen langsam ablaufenden chemischen Umwandlungen gut bekannt, doch wurde bisher der Lignin-Vanillin-Zerfall nicht als Methode zur Datierung genutzt. Um die Methode zu testen, untersuchte Rogers einige Kontrollproben, die sich wie erwartet verhielten: Im mittelalterlichen Holland-Leinen war Vanillin noch nachweisbar, Proben aus biblischer Zeit (Leinen aus dem Befundzusammenhang der Schriftrollen vom Toten Meer) enthielten jedoch kein Vanillin.

Dass die Radiokarbondatierung nicht das tatsächliche Alter des Tuches wiedergibt, folgert Rogers aus der Tatsache, dass die Radiokarbon-Probe und die angrenzende Raes-Probe noch Vanillin enthielten, während in den übrigen Proben des Grabtuches kein Vanillin nachweisbar war. Demnach wäre das Radiokarbonalter zwar korrekt, aber die gemessene Probe nicht repräsentativ für den Rest des Tuches, wie der unterschiedliche Vanillin-Zerfall zeigt. Nach weitere Analysen der Fasern und der Farbbeschichtung meint Rogers, "die Farbe und die Verteilung der Farbschicht impliziert, dass zu einem unbekannten Zeitpunkt Reparaturen ausgeführt wurden mit Leinen, das gefärbt wurde, um zum Farbton des älteren Materials zu passen." Diese vermutete Reparatur dürfte irgendwann vor der bekannten Reparatur von 1534 durchgeführt worden sein; sollte dies zwischen 1260 und 1390 geschehen sein, so stünde dies mit den Ergebnissen der C14-Datierung im Einklang.

Wie alt ist nun das Tuch? Dass im übrigen Teil des Tuches kein Vanillin nachweisbar ist, sieht Rogers als Hinweis auf ein hohes Alter. Analog zu vielen bekannten chemischen Datierungsmethoden lässt sich ein thermodynamisches Zerfallsmodell aufstellen, mit dem bei bekannter Umgebungstemperatur die Zerfallsrate bestimmt wird und damit umgekehrt bei bekanntem Vanillingehalt das Alter. Bei einer konstanten Temperatur von 25 Grad C wäre nach 1300 Jahren der Vanillingehalt unter die Nachweisgrenze gefallen, bei 20 Grad hingegen erst nach über 3000 Jahren. Das Problem dieses Modells ist jedoch die Umgebungstemperatur, die kaum bekannt ist. Vor allem: Da sich kurze Zeiten mit hoher Temperatur viel stärker auf den Zerfall auswirken als lange Zeiten mit geringer Temperatur, kann das Ergebnis sehr stark verfälscht werden, wenn das Tuch (oder die Proben nach ihrer Entnahme) kurzzeitig höheren Temperaturen ausgesetzt wurden. Aufgrund dieser Unsicherheiten bezeichnet Rogers das Ergebnis im Abstract der Publikation als "vorläufige Schätzung" ("preliminary estimates").

Dass die mehrfach belegten Brände das Ergebnis verfälschten, hält Rogers nicht für wahrscheinlich, da dann verschiedene Bereiche des Tuches unterschiedlich betroffen sein müssten: Das gefaltete Tuch ist nur am Rande verkohlt, im Inneren unversehrt. Andererseits ergeben jedoch die in der Publikation angegebenen Daten des thermodynamischen Modells, dass das Vanillin bei 150 Grad nach nur wenigen Stunden verschwunden wäre - während des Brandes durchaus erreichbar, ohne dass dabei Brandspuren erkennbar wären. Dabei bliebe jedoch die Frage, warum im Bereich um die Radiokarbon-Probe das Vanillin nicht vollständig zerfallen ist. Allerdings ist unklar, ob es zu Verfälschungen kommt, weil die Radiokarbon-Probe und die Rogers-Proben jeweils auf unterschiedliche Art entnommen, unterschiedlich behandelt und über zwei Jahrzehnte unterschiedlich gelagert wurden.

Aus der Erfahrung mit anderen Datierungsmethoden, die auf ähnlichen Prinzipien beruhen, gibt es generelle Gründe zur Vorsicht. Chemische Datierungsmethoden müssen vor ihrer Anwendung durch umfangreiche Tests validiert werden, indem man Proben mit bekanntem Alter untersucht. Dabei muss man z.B. nachweisen, dass die Reaktionsrate tatsächlich genau bestimmbar ist und nicht etwa von der Zusammensetzung des Stoffes, dem Vorhandensein anderer Substanzen oder anderen Faktoren beeinflusst wird. Nur wenige chemische Reaktionen haben sich als zuverlässige Grundlage für Datierungen herausgestellt. Da bisher die Vanillin-Datierung nur am Turiner Grabtuch selbst sowie an einigen wenigen Vergleichsproben getestet wurde (wobei das Holland-Leinen zudem noch eine mit ihm verknüpfte Geschichte aufweist), ist die Aussagekraft dieser Methode derzeit noch kaum geklärt. Erst nach umfangreicherer Validierung dieser neuen Datierungsmethode lässt sich entscheiden, ob sie zuverlässige Daten ergibt oder ob der festgestellte Unterschied zwischen der Radiokarbon-Probe und den anderen Tuchproben durch ganz andere Einflüsse erklärbar ist.

Quellen:
Rogers, R. N. (2005): Studies on the radiocarbon sample from the shroud of Turin. Thermochimica Acta 425(1-2), 189-194
"Turin shroud 'older than thought'". BBC, 27.1.2005
Zusätzliche Informationen:
Grabtuch von Turin. Wikipedia (mit ausführlichen Infos zur Geschichte und Erforschung)
The Holy Shroud - Official Webpage (Chiesa Cattolica Italiana)
The Shroud of Turin Story
The Shroud of Turin Educational Project
Shroud of Turin (Webseite von Barrie Schwortz)
Damon, P.E. et al. (1989): Radiocarbon Dating of the Shroud of Turin. Nature 337(6208), 611-615
Damon, P.E. et al. (1989): Radiocarbon Dating of the Shroud of Turin. Nature 337(6208), 611-615 (Volltext auf der Webseite von Barrie Schwortz)
Skeptic's Dictionary: Shroud of Turin


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Geschrieben von: lector Wednesday, 22.06.2005, 17:14
Jetzt: science.orf.at/science/news/137081

Wissenschaftler produzierten "falsches" Grabtuch

Französische Wissenschaftler haben im Auftrag einer Zeitschrift ein "Turiner Grabtuch" hergestellt, das nach ihren Angaben alle Eigenschaften der in Turin aufbewahrten Reliquie aufweist.

Einzig mit im Mittelalter vorhandenen Mitteln


Wie französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Zeitschrift "Science et Vie" berichteten, sei die Herstellung mit im Mittelalter vorhandenen Mitteln möglich gewesen, meldete die Nachrichtenagentur kathpress.

Die populärwissenschaftliche Zeitschrift will in ihrer am Freitag erscheinenden Ausgabe ein Dossier zur Auseinandersetzung um die Echtheit des Grabtuchs veröffentlichen. Nach Ansicht vieler gläubiger Christen ist die "Santa Sindone" das Grabtuch, in das der Leichnam Christi nach der Kreuzigung gehüllt wurde.


Den ganzen Beitrag bitte a.a.O. lesen.

Geschrieben von: Florian Wednesday, 22.06.2005, 17:17
Wissenschaftler produzierten "falsches" Grabtuch

Französische Wissenschaftler haben im Auftrag einer Zeitschrift ein "Turiner Grabtuch" hergestellt, das nach ihren Angaben alle Eigenschaften der in Turin aufbewahrten Reliquie aufweist.

Einzig mit im Mittelalter vorhandenen Mitteln
Wie französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Zeitschrift "Science et Vie" berichteten, sei die Herstellung mit im Mittelalter vorhandenen Mitteln möglich gewesen, meldete die Nachrichtenagentur kathpress.

Die populärwissenschaftliche Zeitschrift will in ihrer am Freitag erscheinenden Ausgabe ein Dossier zur Auseinandersetzung um die Echtheit des Grabtuchs veröffentlichen. Nach Ansicht vieler gläubiger Christen ist die "Santa Sindone" das Grabtuch, in das der Leichnam Christi nach der Kreuzigung gehüllt wurde.

Übersteht selbst Hitze von 250 Grad
Bei dem Experiment der französischen Wissenschaftler wurde laut kathpress ein feuchtes Leinentuch über ein Relief mit der Darstellung eines bärtigen Mannes gelegt. Mit Eisenoxid gefärbt, habe die Darstellung auf dem Tuch anschließend auch mehrfaches Waschen und Erhitzen auf 250 Grad überstanden.

Grund dafür seien die im Mittelalter weit verbreiteten Bindemittel. Die "Science et Vie"-Leute verlangten ultimativ, bei Ausstellungen der "Sindone" müsse darauf hingewiesen werden, dass Papst Clemens VII. bereits 1390 entschieden habe, das Grabtuch sei nicht echt.

Geheimnisumwitterte Herkunft
Das Grabtuch wird seit 1578 im Turiner Dom in einer eigenen Kapelle aufbewahrt. Es wurde zuletzt in den Jahren 1998 und 2000 öffentlich gezeigt. Damals kamen insgesamt 3,5 Millionen Menschen in die piemontesische Hauptstadt, um das Leinen mit dem mutmaßlichen Abdruck des gekreuzigten Jesus zu sehen.

Die Herkunftsgeschichte der "Sindone" ist geheimnisumwittert. Viele Fehlmeinungen von Agnostikern gehen allerdings darauf zurück, dass sie die Geschichte des Grabtuchs erst ab seinem Auftauchen im Westen im Blick haben.

Ursprünglich in Anatolien
Mittlerweile werden auch die östlichen Quellen über das Grabtuch erschlossen. Das Tuch dürfte ursprünglich in Edessa (heute: Urfa) in Anatolien aufbewahrt worden sein, einer Hochburg des syrischen Christentums seit dem ersten Jahrhundert.

Von dort könnte es in die Hauptstadt, nach Konstantinopel, gelangt und nach der lateinischen Eroberung von einer im südlichen Griechenland begüterten "fränkischen" Familie in Besitz genommen worden sein. Über diese Familie und ihre Verwandtschaftsbeziehungen nach Frankreich dürfte es vor der osmanischen Eroberung in den Westen gelangt sein.

Chemische Untersuchungen schätzen Alter auf 2.000 Jahre
Das 4,36 mal 1,10 Meter große Leinentuch zeigt den Doppel-Abdruck eines kräftig gebauten, 1,81 Meter großen Mannes mit Bart und langem Haar. Einig sind sich die Forscher, dass der "Mann des Grabtuchs" alle Merkmale der in der Bibel beschriebenen Kreuzigung aufweist.

Chemische Untersuchungen von Staub- und Blütenpartikel weisen auf einen Entstehungszeitraum vor 2.000 Jahren und den Vorderen Orient hin.

Anderes Resultat mit C-14-Methode
Eine 1988 durchgeführte Untersuchung des Grabtuchs nach der C-14-Methode hatte das Grabtuch dagegen auf das Mittelalter datiert. Dieses Resultat war von der Kirchenleitung, aber auch von zahlreichen Forschern bezweifelt worden.

Das Ergebnis sei durch chemische und biologische Verunreinigungen durch frühere Restaurierungsarbeiten und durch Löschwasser beeinträchtigt worden, hieß es aus Expertenkreisen.

Quelle und Links: science.orf.at/science/news/137081

Geschrieben von: lector Wednesday, 22.06.2005, 17:19
Na gut, dann lösch ich mein Posting halt wieder laugh.gif


Geschrieben von: Florian Wednesday, 22.06.2005, 19:09
Da haben wir wieder einmal fast gleichzeitig (3 Minuten) geschrieben wink.gif

Geschrieben von: lector Wednesday, 22.06.2005, 19:11
Kongeniale Koexistenz sozusagen biggrin.gif
Das lassen wir eine Zeit lang stehn. wink.gif

Geschrieben von: KARL Wednesday, 1.03.2006, 12:38
science.orf.at/science/news/143622

QUOTE
Turiner Grabtuch: Neue Untersuchungsmethoden

Römische Chemiker haben drei neue Methoden entwickelt, durch die Herkunft und Alter des Turiner Grabtuchs festgestellt werden sollen. Sie wurden bereits dem Vatikan vorgestellt - und sollen nun Klarheit schaffen.

"Wir haben die Methoden bereits mit Kunstwerken ausprobiert und herausgefunden, dass sie zuverlässig sind. Mit diesen Systemen können wir den Diskussionen über das Alter des Grabtuchs ein Ende setzen", sagte Luigi Campanella von der Universität "La Sapienza" nach Angaben italienischer Medien.

Altersbestimmung: Widersprüchliche Resultate

Nach Ansicht vieler gläubiger Christen ist "Santa Sindone" das Grabtuch, in das der Leichnam Christi nach der Kreuzigung gehüllt wurde. Das Grabtuch wird seit 1578 in einer Kapelle des Turiner Doms aufbewahrt. Das 4,36 mal 1,10 Meter große Leinentuch zeigt den Doppel-Abdruck eines kräftig gebauten, 1,81 Meter großen Mannes mit Bart und langem Haar.

Einig sind sich die Forscher, dass das Abbild alle Merkmale der in der Bibel beschriebenen Kreuzigung aufweist. Untersuchungen von Staub- und Blütenpartikel weisen auf eine Entstehung vor 2.000 Jahren im Vorderen Orient hin. Eine 1988 durchgeführte Untersuchung des Grabtuchs nach der C-14-Methode hatte das Grabtuch dagegen auf das Mittelalter datiert.

Turiner Grabtuch - Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Turiner_Grabtuch

Test mit 2.000 Jahre altem Stück
Das Grabtuch wurde zuletzt in den Jahren 1998 und 2000 öffentlich gezeigt. Damals kamen insgesamt 3,5 Millionen Menschen in die piemontesische Hauptstadt, um das Leinen mit dem mutmaßlichen Abdruck des gekreuzigten Jesus zu sehen.

Campanella hat ein altes Stück Leinen überprüft, das zirka 2.000 Jahre alt ist. "Dieses Stück Stoff kann uns nützlich sein, um die Resultate möglicher Analysen auf das Turiner Grabtuch zu vergleichen", erklärte der Experte. Er wartet nun auf die Reaktion des Vatikans, um das Grabtuch unter die Lupe zu nehmen.

Zweifel an bisheriger C-14-Altersbestimmung
Ein weiterer Experte, der Franziskaner Gianfranco Berbenni, ist überzeugt, dass die Reliquie echt ist und bezweifelt die Zuverlässigkeit der Altersbestimmung mit der C-14-Methode.

1988 war ein Stück Gewebe vom Rand des Grabtuchs nach der Radiocarbon-Methode analysiert worden, drei unterschiedliche Labors hatten dabei unabhängig voneinander die Probe auf den Zeitraum zwischen 1260 und 1390 datiert.

Laut Berbenni könnte die Probe durch spätere Zusätze zum Grabtuch, etwa Pilze, Mikroben oder Brandspuren, verunreinigt worden sein. Seiner Ansicht nach müssten die Tests mit der Radiocarbon-Methode wiederholt werden.

[science.ORF.at/APA, 1.3.06]

Geschrieben von: lector Wednesday, 1.03.2006, 13:17
Ich hänge den Hinweis auf eine Publikation hier an, weil sich darin Beiträge zum Turiner Grabtuch befinden:

ICONOGRAPHIA CHRISTIANA, Werner Telesko und Andreas Andergassen (Hg.), Regensburg 2005

Die Festschrift für Professor Gregor Martin Lechner vereinigt Beiträge zum breiten Spektrum der christlichen Ikonographie. Der zeitliche Bogen umspannt alle Epochen von Frühchristentum bis zur zeitgenössischen Kunst, zum Beispiel mit Aufsätzen zum Turiner Grabtuch, zur marianischen Ikonographie oder zum reichen "Nachleben" christlicher Ikonographie in Wilhelm Buschs Werk bis hin zur Frage des Andachtsbildes in der Moderne. Abgerundet wird der reiche Sammelband durch die komplette Bibliographie Gregor Lechners


[eBULLETIN - ZENTRUM FÜR BILDWISSENSCHAFTEN]

Geschrieben von: Ariadne Sunday, 5.03.2006, 22:14
siehe auch:
www.salzburg.com/sn/archiv_artikel.php?xm=1972963&res=0

Geschrieben von: KARL Monday, 6.04.2009, 09:03
science.orf.at/science/news/155259

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Die mittelalterlichen Tempelritter haben nach Angaben einer Vatikan-Gelehrten das heute in Turin aufbewahrte "Grabtuch" unter großer Geheimhaltung geschützt und angebetet.

Das schreibt die Forscherin Barbara Frale in einem neuen Buch, das bis zum Sommer veröffentlicht werden soll und aus dem die Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" einige Auszüge abdruckte, wie die Tageszeitung "Corriere della Sera" am Sonntag in ihrer Internetausgabe berichtete.



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Geschrieben von: JPontormo Wednesday, 8.04.2009, 16:30
Die Tempelritter, das Turiner Grabtuch, der Gral, die Bundeslade... Da fehlt eigentlich nur noch der Beweis dafür, dass Falco noch lebt... rolleyes.gif cool.gif

Geschrieben von: Muse Thursday, 9.04.2009, 20:52
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@JPontormo: Da fehlt eigentlich nur noch der Beweis dafür

oder der Beweis dafür, den die gute Thea im thread "von den Bahamas nach Atlantis und retour" vertritt, uns immer noch schuldig ist dry.gif

Geschrieben von: JPontormo Friday, 10.04.2009, 16:14
Ach, ich glaube nach wie vor, dass sie nur Probleme mit den Photos hatte tongue.gif cool.gif biggrin.gif

Geschrieben von: Aristoteles Sunday, 26.07.2009, 06:28
Turiner Grabtuch: Historikerin pocht auf Echtheit

Eine Vatikan-Historikerin hält die Reliquie für echt. Das schließt sie aus aramäischer Schrift, die sie darauf entdeckt haben will. Wie plausibel ist diese These?

23.07.2009 | 18:27 | THOMAS KRAMAR (Die Presse)

Wir haben gefunden“ – so sei ein aus wenigen Buchstaben bestehender aramäischer Schriftzug zu übersetzen, der auf dem Grabtuch von Turin sichtbar wurde, knapp unter dem Kinn des angeblich von Jesu selbst stammenden Antlitzes. Das erklärte Barbara Frale, Historikerin am Vatikanischen Institut für Paläografie, der Zeitung „La Stampa“. Sie stützt sich auf (nicht publizierte) Beobachtungen des französischen Technikers Thierry Castex, der bereits 1994 durch ein nicht näher genanntes „optisches Verfahren“ die Zeichen abgelichtet habe.

Diese Bilder habe sie zwei Experten für Hebraistik vorgelegt, die unabhängig voneinander den Text entziffert haben sollen. Dass man aus einer einzigen Perfektform einen Unterschied zwischen den – nahe verwandten – semitischen Sprachen Hebräisch und Aramäisch ablesen kann, ist immerhin denkbar: Die Endung lautet im Hebräischen „nu“ (wobei das „u“ geschrieben wird), im Aramäischen „ena“ oder „ina“.

Wie sollen die Zeichen auf das Tuch gekommen sein? Laut Frale über ein Schriftstück, das auf dem Tuch lag und womöglich Auskunft über die Identität des Toten gab.

Die Buchstaben müssen solche der Quadratschrift sein, in der bis heute Hebräisch geschrieben wird: Es hat sie in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. vom Aramäischen übernommen. Frale meint, dass die Schrift aus der Zeit unmittelbar nach Jesu Tod stamme, das schließt sie aus der Verwendung des Aramäischen. Diese Sprache habe nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70n.Chr. keine Rolle mehr für Christen gespielt. Dieses Argument scheint wacklig: Schließlich sprachen viele Christen – auch der Grieche Paulus – weiterhin Aramäisch (siehe Kasten), so hat die bis heute gebräuchliche syrische Bibelübersetzung („Peschitta“) Wurzeln bis zurück ins erste Jahrhundert n. Chr.

Das bärtige Gesicht der Templer

Frale passen die aramäischen Zeichen freilich gut in ihre – im April im „Osservatore Romano“ publizierte – These, dass das Grabtuch von Turin nach der Plünderung von Konstantinopel 1204 in den Besitz des Templerordens geraten sei.

Genau die aramäischen Buchstaben seien schuld daran, dass der Orden angesichts des mittelalterlichen Antisemitismus ein Geheimnis um das Tuch aufgebaut habe. Frale stützt sich auf ein Dokument aus dem Geheimarchiv des Vatikans, das aus dem Inquisitionsprozess stammt, der 1312 zur Auflösung des Ordens durch Papst ClemensV. führte. Darin erklärt ein französischer Adeliger, ihm sei bei einer Prüfung zum Eintritt in den Orden ein Tuch mit dem Abdruck eines bärtigen Mannes gezeigt worden, dem er dreimal die Füße küssen musste. Motiv der Verehrung laut Frale: Die Tempelritter hätten das Grabtuch als Zeugnis der – etwa von den Katharern bestrittenen – Leiblichkeit Christi gesehen.

Frale hält nichts von der heutigen Mehrheitsmeinung, dass das – 1357 erstmals belegte – Grabtuch ein Artefakt aus dem Mittelalter sei: Sie zweifelt die Radiokarbon-Datierungen an, die das stützen. Über ihre eigene Behauptung sagt sie vorsichtig: „Das sind Hypothesen. Die Indizien weisen aber auf eine Spur, die der Verfolgung wert ist.“

Oder doch von Leonardo?

Ab 2010 wird das Grabtuch wieder öffentlich in Turin ausgestellt, gefördert durch einen Sponsor: Robe di Kappa. Diese Turiner Bekleidungsfirma hat Erfahrungen mit der katholischen Kirche: 1973 hatte der Vatikan gegen ihren Slogan „Du sollst keine Jeans außer mir haben“ protestiert.

Die wohl fantasievollste These zum Grabtuch kam unlängst von der US-Künstlerin Lillian Schwartz (die in ihrem berühmtesten Werk das Gesicht von Leonardo da Vinci mit dem der Mona Lisa verschmolzen hat): Leonardo habe seinen eigenen Körper auf dem Turiner Tuch verewigt, damit „Gott nach seinem Abbild geschaffen“.

diepresse.com/home/panorama/religion/497518

Geschrieben von: KARL Monday, 5.10.2009, 11:14
www.orf.at/ticker/343399.html

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Chemiker: Grabtuch von Turin mittelalterliche Fälschung

Ein Chemieexperte der Universität von Pavia, Luigi Garlaschelli, hat ein "Turiner Grabtuch" hergestellt, das nach seinen Angaben alle Eigenschaften der in Turin aufbewahrten Reliquie ("la Santa Sindone") aufweist.

Wie Garlaschelli der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Montag berichtete, sei die Herstellung des Leintuches mit im Mittelalter vorhandenen Mitteln möglich gewesen.

In wenigen Tagen stellte Garlaschelli mit Werkzeugen und Materialien, über die die Menschen im Mittelalter verfügten, eine Kopie des Grabtuches her, die dem Original sehr ähnlich sieht. Das Leintuch soll erstmals bei einem Seminar in Pavia vorgestellt werden. Nach Ansicht vieler gläubiger Christen ist die "Santa Sindone" das Grabtuch, in das der Leichnam Christi nach der Kreuzigung gehüllt wurde.

Webmethode erst ab Mittelalter
"Das Turiner Grabtuch ist mit einer Methode gewoben worden, die es erst im Mittelalter gab. Auch die Art, mit der das Tuch den Leichnam umhüllte, entsprach nicht dem hebräischen Gebrauch im ersten Jahrhundert nach Christus", sagte Garlaschelli.

Das Grabtuch wird seit 1578 im Turiner Dom in einer eigenen Kapelle aufbewahrt. Es wurde zuletzt in den Jahren 1998 und 2000 öffentlich gezeigt. Damals kamen insgesamt 3,5 Millionen Menschen in die piemontesische Hauptstadt, um das Leinen mit dem mutmaßlichen Abdruck Jesus' zu sehen.


Geschrieben von: KARL Saturday, 21.11.2009, 18:11
derstandard.at/1256745301947/Forscherin-...btuch-entdeckt-haben

Erstaunlich! dry.gif

Geschrieben von: Jupiterl Saturday, 21.11.2009, 21:49
... der ORF brachte die Meldung wenigstens ohne Foto:

science.orf.at/stories/1632322/

Geschrieben von: KARL Saturday, 10.04.2010, 08:20
Wieder ausgestellt also ...

www.apa.at/cms/site/news_item.html?chann...doc=CMS1270867900538
QUOTE

Turiner Grabtuch erstmals wieder zu sehen

Turin (APA/dpa) - Erstmals seit zehn Jahren ist ab Samstag das berühmte "Grabtuch Christi" wieder im Turiner Dom zu besichtigen. Seit 1578 in der norditalienischen Johannes-Kathedrale aufbewahrt, gilt das gelbliche Leinentuch als kostbarste aber auch umstrittenste Reliquie des Christentums. Die Kirche rechnet bei der Ausstellung mit weit mehr als drei Millionen Pilgern.

Anfang Mai will auch Papst Benedikt XVI. das Turiner Grabtuch besuchen. Das größte erhaltene Stück Stoff aus der Antike zeigt den Abdruck eines Mannes mit deutlichen Spuren der Folterung. Während als erwiesen gilt, dass es sich dabei nicht um eine Malerei handelt, bleibt bis heute umstritten, ob es wirklich den Leichnam Jesu eingehüllt hat. Die heilige "Sindone" (Betonung auf der ersten Silbe), wie die Italiener das Tuch nennen, ist bis zum 23. Mai in Turin zu sehen.

Geschrieben von: KARL Thursday, 27.05.2010, 17:34
www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Ta...ar-7-011259273596189

Sendung vom 29.4.2010, 21:15 auf ServusTV





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Wer´s genau wissen will wink.gif
www.gwup.org/component/content/article/6...fragen-und-antworten


archaeologieforum.at war super, aber archäologieforum.org gräbt tiefer!
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07 Jun 2017 19:28 #4 von Carolus
Carolus antwortete auf das Thema: Das Grabtuch von Turin
religion.orf.at/stories/2847779/

"„Wer ist der Mann auf dem Turiner Grabtuch?“ Eine Frage, die Besucherinnen und Besucher dieser Tage durch Räumlichkeiten des Erzbischöflichen Palais in Wien begleitet.

Kernstücke der Ausstellung, die sich dem berühmten Grabtuch widmet, sind eine Kopie des Tuches und eine Skulptur, die anhand einer 3-D-Analyse gefertigt wurde. Organisiert wird die Ausstellung vom deutschen Malteserorden."

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